Bei der jährlichen Anlagenwartung erleben viele Betreiber eine böse Überraschung: Das Heizungswasser ist schwarz verfärbt, der Leitwert liegt viel zu hoch oder der pH-Wert weicht stark ab. In solchen Fällen greifen manche Betriebe schnell zu flüssigen Chemikalien. Doch chemische Korrosionsinhibitoren schaden modernen Kesseln und Pumpen oft mehr, als sie nützen. Eine nachhaltige pH-Wert Anpassung im Heizungswasser gelingt heute chemiefrei und völlig ohne Anlagenstillstand. In diesem Praxis-Guide zeigen wir Ihnen, wie wir Ihr Heiz- oder Kältenetz über eine mobile Kreislaufwasseraufbereitung (MKWA) im Teilstromverfahren direkt im laufenden Betrieb sanieren.
💡 Sanierung im laufenden Betrieb statt teurer Netzentleerung
Ein kompletter Wasserwechsel ist bei großen Systemen extrem teuer und unwirtschaftlich. Zudem tragen Sie mit jedem neuen Füllwasser frischen Sauerstoff ins Rohrnetz ein. Bei unserer mobilen Teilstromentsalzung bleibt das Heizungswasser hingegen komplett im Kreislauf. Wir filtern, entsalzen und regulieren das Wasser rein physikalisch über einen Bypass. Folglich heizt das Gebäude ohne Unterbrechung einfach weiter.
Wann muss der pH-Wert im laufenden Betrieb korrigiert werden?
Eine Korrektur des Heizungswassers ist immer dann dringend erforderlich, wenn die Messwerte die Normgrenzen verlassen:
- pH-Wert unter 8,2 bei Stahlleitungen: Sinkt der Wert in den sauren Bereich, greift das Wasser die eisenhaltigen Oberflächen direkt an. Dadurch bildet sich schädlicher Rostschlamm (Magnetit), der Ventile und Pumpen blockiert.
- pH-Wert über 8,5 bei Aluminiumkesseln: Steigt der Wert hingegen zu stark an, zersetzt das alkalische Wasser die schützende Oxidschicht von Aluminium-Silizium-Wärmetauschern. Die genauen Grenzwerte finden Sie in unserer Übersicht über offizielle Grenzwerte nach VDI 2035.
- Elektrische Leitfähigkeit über 100 µS/cm: Hohe Salzkonzentrationen beschleunigen den galvanischen Lochfraß enorm. Deshalb müssen wir dem Wasser die Salze zügig entziehen.
Das Prinzip der Teilstromentsalzung (MKWA) ohne Chemie
Für die Sanierung schließen wir unsere mobile Kreislaufwasseraufbereitungsanlage (MKWA) flexibel über druckfeste Schläuche an den Vor- und Rücklauf der Heizzentrale an. Die Anlage entnimmt kontinuierlich einen kleinen Teilstrom des Umlaufwassers und reinigt ihn in vier physikalischen Schritten:
- Tiefenfiltration: Zunächst entfernen mehrstufige Beutelfilter alle groben Schwebstoffe, Sand und Hanfreste bis zu einer Feinheit von 1 µm aus dem Wasser.
- Magnetitabscheidung: Danach ziehen hocheffiziente Neodym-Permanentmagnete den gesamten ferromagnetischen Rostschlamm aus dem Teilstrom heraus. Dadurch entlasten wir die Heizungspumpen sofort.
- Mischbett-Ionenaustauscher: Anschließend fließt das Wasser über ein Spezialharz. Dieses Harz bindet Härtebildner sowie Säurereste und senkt die Leitfähigkeit. Zudem stellt das Granulat den pH-Wert rein physikalisch auf den idealen Zielwert ein. Erfahren Sie dazu mehr im Grundlagenbeitrag über die Vorteile der salzarmen Betriebsweise mit VE-Wasser.
- Integrierte Vakuumentgasung: Schließlich evakuiert eine Vakuumpumpe alle gelösten Gase wie Sauerstoff und Stickstoff aus dem Wasser. Folglich entziehen wir mikrobiellen Prozessen die Lebensgrundlage.
Vorteile der chemiefreien pH-Anpassung gegenüber chemischen Inhibitoren
Viele Hersteller verbieten chemische Zusätze mittlerweile ausdrücklich in ihren Garantiebedingungen. Der Systemvergleich verdeutlicht die handfesten Vorteile der physikalischen Sanierung:
| Kriterium | Chemische Inhibitoren / Biozide ❌ | Chemiefreie MKWA-Sanierung ✅ |
|---|---|---|
| Elektrische Leitfähigkeit | Steigt massiv an (> 500 – 2.000 µS/cm) | Sinkt dauerhaft unter 100 µS/cm (salzarm) |
| Gefahr von Ablagerungen | Chemikalien können verharzen und ausflocken | Keine Rückstände (Reines VE-Wasser) |
| Aluminium-Verträglichkeit | Hohes Risiko von punktueller Überdosierung | Punktgenau auf pH 8,2 bis 8,5 einregulierbar |
| Herstellergarantien | Oft erloschen wegen Fremdstoffeintrag | 100 % konform mit VDI 2035 Blatt 2 |
Ablauf einer mobilen Heizwassersanierung im Gebäude
Unser Service ist auf maximale Effizienz und minimale Störung des Gebäudebetriebs ausgelegt. Unsere mobilen MKWA-Kompaktanlagen passen durch jede Standardtür und stehen binnen weniger Minuten betriebsbereit in Ihrer Heizzentrale.
Typische Einsatzbereiche für unsere mobile Sanierung sind:
- Wohnanlagen und Mehrfamilienhäuser: Wir reinigen das Netz während der laufenden Heizperiode, ohne dass Mieter auf Wärme oder Warmwasser verzichten müssen.
- Gewerbe- und Büroimmobilien: Zudem verhindern wir Betriebsunterbrechungen in sensiblen Klimakältenetzen und Rechenzentren.
- Nah- und Fernwärmenetze: Große Wassermengen entsalzen wir zuverlässig über leistungsstarke Industriemodule direkt an der Übergabestation.
Checkliste: In 4 Schritten zur VDI 2035 Konformität
Eine erfolgreiche Kreislaufsanierung folgt einem transparenten, vierstufigen Prozess:
- Wasseranalyse vor Ort: Zunächst prüfen unsere Techniker den aktuellen pH-Wert, die Leitfähigkeit und den Härtegrad direkt an Ihrer Anlage.
- Bypass-Installation: Danach schließen wir die passende mobile MKWA-Anlage schnell und sauber an Vor- und Rücklauf an.
- Teilstromaufbereitung: Das Wasser zirkuliert so lange über Filter und Harze, bis alle Parameter exakt im normgerechten Bereich liegen.
- Prüfprotokoll & Übergabe: Schließlich erstellen wir ein lückenloses Messprotokoll nach VDI 2035 als rechtssicheren Nachweis für Ihre Unterlagen.
Ist das Heizungswasser in Ihrer Anlage gekippt?
Retten Sie Kessel, Wärmepumpen und Leitungsnetze vor Korrosionsschäden. Mieten Sie unsere mobilen Aufbereitungsanlagen (MKWA) für die schnelle, chemiefreie Sanierung im laufenden Betrieb.
