Experten-Tipps: Die Lebensadern der mobilen Wärme – EPDM-Schläuche und Edelstahl-Wellschläuche richtig dimensionieren

Übersichtstabelle der Anschlusstechnik für mobile Heizzentralen: Dimensionierung von EPDM-Schläuchen, Storz-Kupplungen und Edelstahl-Flexrohren nach kW-Leistung.
HEAT • TGA-Fachwissen & Hydraulik

Selbst die stärkste mobile Heizzentrale nützt wenig, wenn die Wärme nicht sicher in das Gebäude gelangt. Aus diesem Grund sind hochwertige Anschlussschläuche für mobile Heizungen die entscheidenden Lebensadern jeder temporären Anlage. Wer jedoch beim Querschnitt spart, riskiert hohe Druckverluste im System. Infolgedessen sinkt die Heizleistung spürbar ab. Darüber hinaus können falsch gewählte Schläuche sogar platzen. In diesem Leitfaden zeigen wir Ihnen deshalb, wie Sie Schläuche und Rohre für mobile Heizanlagen richtig berechnen.


💡 Hydraulische Faustformel für die Praxis

Der Querschnitt bestimmt den Durchfluss bei einer Fließgeschwindigkeit von etwa 1,0 bis 1,5 Metern pro Sekunde. Zudem sollten Sie ab 25 Metern Leitungslänge grundsätzlich eine Nennweite größer wählen. Dadurch schützen Sie die Pumpen der Heizzentrale vor Überlastung und Geräuschen. Folglich bleibt der Druck im gesamten Netz stets stabil.

1. EPDM-Anschlussschläuche für mobile Heizungen im Praxiseinsatz

Für Standardanbindungen auf Baustellen nutzen wir vor allem robuste Gummischläuche aus EPDM. Diese flexiblen Leitungen bieten Ihnen in der Praxis nämlich wichtige Vorteile:

  • Robuster Aufbau: Das Material ist extrem biegsam. Deshalb sind die Schläuche knickfest, wetterfest und langlebig.
  • Hohe Drucksicherheit: Die Leitungen halten einem Druck von bis zu 10 bar stand. Somit sind Sie auch bei Druckspitzen sicher.
  • Große Längen: Wir liefern Rollen mit bis zu 40 Metern am Stück. Dadurch sparen Sie viele Kupplungen im Außenbereich. Folglich sinkt das Risiko für Lecks deutlich.
Kupplungssystem Nennweite Innendurchmesser Max. Betriebsdruck Temperaturbereich
System GEKA DN 25 25 mm 10 bar -40 °C bis +120 °C
System Storz C DN 50 51 mm 10 bar -40 °C bis +120 °C
System Storz B DN 80 76 mm 10 bar -40 °C bis +120 °C
System Storz A DN 100 102 mm 10 bar -40 °C bis +125 °C

2. Edelstahl-Wellschläuche für Industrie und Fernwärmenetze

Wenn Druck und Hitze stark steigen, setzen wir stattdessen Wellschläuche aus Edelstahl ein. Dies gilt besonders für das direkte Einspeisen in Nah- und Fernwärmenetze:

  • Vollkommen dicht: Die Schläuche lassen keinen Sauerstoff in das Netz. Dadurch bleibt das aufbereitete Heizungswasser nach VDI 2035 dauerhaft sauber.
  • Breiter Temperaturbereich: Der Edelstahl hält Hitze von -270 °C bis +500 °C problemlos aus. Zudem bleibt das Rohr auch bei starkem Unterdruck formstabil.
  • Feste Flansche: Stabile Losflansche nach DIN EN 1092-1 sorgen für sicheren Halt. Deshalb eignen sich diese Rohre ideal für Heißwasser in der Industrie.

3. Hydraulische Leistungsmatrix: Welcher Schlauch für wie viel kW?

Die übertragbare Leistung hängt vom Durchmesser und vom Temperaturunterschied zwischen Vorlauf und Rücklauf ab. Deshalb finden Sie in der folgenden Tabelle verlässliche Richtwerte bei einem typischen Unterschied von 20 Kelvin:

Anschlusssystem Nennweite Max. Volumenstrom Max. Heizleistung (ΔT=20K)
System GEKA DN 25 ca. 3 m³/h bis 70 kW (z. B. 70 kW Heizanhänger)
System Storz C DN 50 ca. 15 m³/h bis 350 kW (z. B. 350 kW Heizanhänger)
System Storz B DN 80 ca. 30 m³/h bis 700 kW (z. B. 700 kW Heizcontainer)
System Storz A DN 100 ca. 65 m³/h bis 1.500 kW (z. B. 1.500 kW Heizcontainer)
Edelstahl-Flexrohr DN 100 ca. 70 m³/h bis 1.600 kW
Edelstahl-Flexrohr DN 200 ca. 300 m³/h bis 7.000 kW (z. B. 2.700 kW Heizcontainer)

4. Energieeffizienz: Wärmeverluste bei langen Schlauchwegen vermeiden

Ein oft unterschätzter Punkt sind Wärmeverluste an kalten Tagen. Wenn Frost auf heiße Leitungen trifft, geht nämlich viel Energie verloren. Aus diesem Grund sollten Sie lange Leitungen im Freien immer gut dämmen. Erfahren Sie deshalb in unserem Leitfaden, wie Sie diesen Verlust berechnen: Wärmeverlust bei Anschlussschläuchen berechnen. Zudem zeigen wir Ihnen in weiteren Artikeln, welche Technik in unseren Anlagen steckt. Lesen Sie dazu unseren Ratgeber über die Ausstattung mobiler Heizzentralen sowie unseren System-Vergleich: Heizanhänger vs. Heizcontainer.

Passende Anschlusstechnik & Heizzentralen mieten

Wir liefern anschlussfertige Heizzentralen mit genau passenden Schläuchen und Kupplungen. Dabei sind wir rund um die Uhr für Sie in Bayern und ganz Deutschland da.

Bild von Christian Gola

Christian Gola

Geschäftsinhaber / CEO energystation®
  • Meister im Heizungsbauhandwerk
  • Fachkraft für Güterkraftverkehr (IHK)
  • WHG-zertifizierter Fachbetriebsexperte